Span
 
 
 
Ich war von Anfang an dabei
Mit Enthusiasmus und viel Freude
Zu Zeiten auch mal mit Verdruss
Hab mitgejubelt, mitgestritten
Habe genossen und gelitten
 
Mal war ich froh, mal war ich traurig
War aufgeregt mit Lampenfieber
Hochmotiviert dann wieder schaurig
 
 
 
Mal war ich stolz, mal eher nicht
Habe geweint, habe gelacht
Mich ausgegeben, eingesetzt
Hab ausgeteilt und eingesteckt
Dreiunddreissig Jahre lang
Sang ich aus voller Kehle mit
Und das als Schlagerzeuger
 
Und noch heute mit Distanz
Bin ich der Meinung
Voll und ganz
Es wird SPANend bleiben …
 

Diese Aufnahme aus dem Jahre 1986 hat Seltenheitswert.

6 Span-Musikanten auf einem Bild vereint!

v.l.n.r. Housi, Schöre, Dänu, Stefan, Matti, Stöffu

 
 
Spanroman von Tina Uhlmann
 
Span sind das, was andere vorgeben, zu sein:
eine Band.
Was ist eine Band?

Eine Familie? Ein Handwerkerkollektiv?
Eine Künstlerkommune?
Eine Therapiegruppe?
Ein Entertainmentunternehmen?
Eine Liebesgeschichte?

Span sind das alles. Zwei Brüderpaare, denen das Flair für die Musik in die gegenseitig vererbte Wiege gelegt wurde. Vier Musiker, die ihr Handwerk beherrschen, seit sie den „Bärner Rock“ aus einheimischem Holz geschnitzt haben; vier Künstler, nicht nur, wenn sie in den „Louenesee“ eintauchen und das Leben bis auf den Grund vertiefen.
Die Kommune, die Hämlismatt, bot ihnen in jungen Jahren Licht und Schatten, Freiheit für Experimente und Schutz vor den Folgen, je zu zweien ein Zimmer und für Lehrlinge, Besucherinnen, Neugierige genügend warme Winkel und Wein aus fremden Kellern. Beim Bauern gab es jedes Jahr Kaffee und Kambly und man einigte sich aufs Bleiben. Irgendwann dann der Auszug aus dem Paradies.
Die Späne flogen zwischenbrüderlich, die Musik spielte weiter, die Funken sprangen über – auf Fans, Publikum, Kritiker. Und auf die Nummer 1 der Gegend, den Popstar, der sich die Band zu eigen machte und sie später wieder enteignete.

Therapie gefällig? Supervision? Mann war sich nicht zu schade dafür. Unterhielt sich knochenhart dabei. Wurde älter. Reifer. Rocknroller. Live ein sicherer Wert, eine gut angelegte Investition in Entertainmenteinheiten. Nur selbst wurden Span nie richtige Mustermänner, blieben Geisterfahrer auf ihrer eigenen Spur. Manchmal ziehen sie das „Tschou zäme“ extrem in die Länge. Weil im Abschied die intensivsten Gefühle stecken.
Jede ihrer Platten hätte die letzte sein können. Keine wars. Wie heisst die Neue? Und was kommt danach?

Bands schreiben Geschichte, meist Kurzgeschichten, manchmal ein Gedicht.
Span schreiben einen Roman.
In ihren Songs blitzen Episoden daraus auf.
An ihren Gitarrenriffs bricht sich die Wucht
des Lebens.
Ihr Beat ist ein Heartbeat, chronisch verliebt.
Auf ihrer Tastatur tanzt der weisse Magier.
Ihre Chorgesänge sind die von Zugvögeln,
die immer wiederkehren,
dem Sommer entgegen.
Eine Leadstimme, einen Frontmann gibt es nicht.
Denn: Span sind eine Band.
Seit 30 Jahren.

 
 
 
 
"GOODBYE MATTI"
Konzert vom 29. Dezember 2008
Zeichnung vom Jonas
 
 
 
Die Facts auf www.spanonline.ch